Mitteilungen aus dem OWL-Kreis

Hier erscheinen Mitteilungen aus dem OWL-Kreis, die von allgemeiner Bedeutung sind.

 

 

Die neue Struktur unseres Bundes Freier evangelischer Gemeinden

Wie alles anfing:
Unsere Vision: 100 Gemeinden in 10 Jahren
In ihrer Einkehrtagung Anfang März 2005 beschäftigte sich die Bundesleitung mit der Frage: Was ist unser Auftrag als Bund Freier evangelischer Gemeinden? Wäre es nicht gut, ein gemeinsames Ziel zu formulieren, für das wir in den nächsten Jahren beten und arbeiten wollen? In großer Einmütigkeit wurde das Ziel beschlossen: „Wir beten und arbeiten dafür, in 10 Jahren 100 neue Gemeinden zu gründen“.
Dabei war sich die Bundesleitung bewusst, dass dieses Ziel Konsequenzen für Gemeinden und Bund hat. Denn Gemeindegründung kostet einen Preis. Jesus sagt: „Die Ernte ist groß ... Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende“ (Mt. 9, 37 u. 38)
Seither beten und arbeiten wir für die Umsetzung der Vision, die schlussendlich nicht von uns „gemacht“ werden kann. Wir rechnen aber damit, dass Jesus Christus unsere Gebete erhört und unsere Arbeit nicht vergeblich sein lässt, denn es geht uns nicht um die Ausbreitung einer bestimmten Denomination, sondern darum, dass durch mehr Gemeinden mehr Menschen den rettenden Glauben an Jesus Christus kennenlernen. (Zitat: www.feg.de)

Inzwischen ist unser Bund wirklich gewachsen. Es sind rund 65 neue Gemeinden gegründet worden. Das hat zur Folge, dass wir bei unserem wachsenden Bund eine neue Struktur benötigen.
In der Frühjahrssitzung des Bundesrates 2010, sowie der Bundestagssitzung im September 2010, wurde ein Strukturausschuss eingesetzt, der dem Bundestag und Bundesrat einen Vorschlag für eine Bundesstruktur bis zum Jahr 2013 vorlegen sollte, in der 650 Ortsgemeinden effektiv miteinander arbeiten und wachsen können. Der Strukturausschuss hat seine Arbeit am 08.01.2011 aufgenommen.
Nach rund 22 Sitzungen des Strukturausschusses steht nun endlich die neue Struktur unseres Bundes. Vor einiger Zeit habe ich schon mal einen kleinen Einblick dazu gegeben. Heute versuche ich dieses sehr komplexe Thema ganz einfach darzustellen.
Die größte Veränderung ist die, dass wir von dem bisherigen „2-Kammern-System (Bundesrat und Bundestag) auf ein „1-Kammer-System“ übergehen werden. D. h. wir werden einen Bundestag haben, der im Großen und Ganzen das Bundesgeschehen bestimmt. In der Vergangenheit hat das der Bundesrat gemacht.

Bundestag:
Der Bundestag setzt sich aus den Delegierten der Gemeinden zusammen. Je angefangene 150 Mitglieder dürfen die Gemeinden eine Person in den Bundestag entsenden. Für die Gemeinde Bösingfeld bedeutet das, dass 3 Mitglieder zum Bundestag können. Diese Personen werden von der Gemeinde für diese Aufgabe berufen. Es müssen keine Personen aus der Gemeindeleitung sein. Hierbei ist es wichtig, dass die Gemeinden von Mitgliedern vertreten werden, die sich für die Bundesarbeit interessieren und an Gremienarbeit Spaß haben.
Des Weiteren sind die 23 Kreisvorsteher (KV) unseres Bundes qua Amt Mitglied des Bundestages. Dazu kommt eine Person aus dem Versorgungswerk (VersW). Das VersW ist die Rentenversicherung für unsere Pastoren (seit einigen Jahren anstelle der gesetzlichen Rentenversicherung).
In der Vergangenheit waren alle Pastoren qua Amt im Bundestag vertreten. In Zukunft sollen je Kreis zwei Pastoren in den Bundestag delegiert werden. Wer das sein wird, legen die Pastoren in den jeweiligen Kreisen selbst fest. Allerdings haben sie zusätzlich die Möglichkeit, als Delegierte ihrer Gemeinde in den Bundestag zu kommen.

Die Aufgaben des Bundestages sind:

  • Vertreterversammlung aller Bundesgemeinden, damit oberstes Bundesorgan
  • Entscheidung über Gemeindeaufnahmen (auf Vorschlag der geschäftsführenden Bundesleitung)
  • Verfassungsänderungen beschließen
  • Rechenschaft von der geschäftsführenden und erweiterten Bundesleitung sowie des Wirtschaftsausschusses abnehmen und Entlastung erteilen
  • Entscheidung über Anträge, die über die Delegierten aus den Gemeinden in den Bundestag eingereicht werden

Darüber hinaus gibt es einige Ausschüsse, die ebenfalls im Bundestag verankert sind. In diesen Ausschüssen bekommen die Regionen eine ganz neue Rolle. In den 5 Regionen sind die 23 Kreise aufgeteilt. Unser Ost-Westfalen-Lippe-Kreis gehört zu der Region „Mitte-Ost“. Der zuständige Bundessekretär ist Bernd Kanwischer.

Ausschüsse bzw. Gremien des Bundestages
Erweiterte Bundesleitung (Erw. BL) Mitglieder: ein Vertreter jeder Region, ein Vertreter je Bundeswerk, ein Mitglied des Vorstandes der SKB (Spar- und Kreditbank Witten) und der Rektor der THE (ohne Stimmrecht).
Geschäftsführende Bundesleitung (gf. BL) Mitglieder: Präses, 5 Bundessekretäre und der Geschäftsführer
Personalberufungsausschuss (PBA) Mitglieder: eine Person pro Region, welche vom „Ständigen Ausschuss“ gewählt werden, 3 Personen aus der geschäftsführenden Bundesleitung. Der Präses hat den Vorsitz
Wirtschaftsausschuss (WA) Mitglieder: eine Person pro Region, der Geschäftsführer, ein Vorstand der SKB und der Bundesvertrauenspastor.

Pastorenausschuss (PA) Mitglieder: 5 Bundessekretäre, 5 Pastoren (nach Möglichkeit einer pro Region) und der Vertrauenspastor

Theologische Hochschule Ewersbach (THE)

Damit der Bund FeG zwischen den Sitzungen des Bundestages handlungsfähig bleibt, wird der „Ständige Ausschuss (StA)“ gewählt. Die Zusammensetzung sieht wie folgt aus:

  • 23 Kreisvorsteher (qua Amt)
  • 23 Gemeindeglieder direkt aus dem Bundestag gewählt. Nach Möglichkeit soll aus jedem Kreis ein Gemeindeglied in den StA gewählt werden
  • Der Vorsitzende aus dem Wirtschaftsausschuss
  • 2 Delegierte aus den Arbeitsgemeinschaften (AG). Derzeit gibt es die AG Kinder und die AG Jugend

Die Aufgaben des StA sind:

  • Genehmigung des Haushalts- und Stellenplans
  • Vorbereitung des Bundestages
  • Fragen von besonderer Dringlichkeit beschließen - anstelle des Bundestages
  • Er wählt auf Vorschlag der geschäftsführenden Bundesleitung Referenten des Bundes und Dozenten der THE
  • Er wählt die Mitglieder der erweiterten Bundesleitung, die ehrenamtlichen Mitglieder des Wirtschaftsausschusses und Personalberufungsausschusses
  • Er beschließt über Änderungen der Musterordnung für Gemeinden, Kreis und Region
  •  u.v.m.

Das ist jetzt eine ganz grobe Übersicht der Veränderung, die wir als Strukturausschuss vorgenommen haben.

Ich gebe zu, es ist auf den ersten Blick eher verwirrend. Aber schaut euch das mal in aller Ruhe an. Alle Details werden in der Verfassung und diversen Geschäftsordnungen geregelt. Wer  tiefer über dieses Thema informiert werden möchte, kann mich gerne ansprechen. Wenn es gewünscht wird, komme ich auch gerne in die Hauskreise. Sprecht mich einfach an!         

Michael Falkenrath, Kreisvorsteher OWL-Kreis