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02.03.2018 02:44 Alter: 50 days
Kategorie: Gemeindeleben
Von: Jens Deiß

Trinken ist ein Grundbedürfnis


Wer Durst hat, der komme! Wer will, der trinke vom Wasser des Lebens; er bekommt es umsonst. Offenbarung 22,17

Trinken ist ein Grundbedürfnis. Keiner von uns hält es mehr als drei Tage ohne Wasser aus. Wer eine Tageswanderung in den Bergen macht, wird vorausschauend planen, wie viel Wasser er im Rucksack trägt und wo er seine leeren Flaschen wieder nachfüllen kann. Ein Schluck kaltes Wasser erfrischt uns und stillt unseren Durst.

Durst hatten auch die zahlreichen Pilger, die zu Jesu irdischen Lebzeiten nach Jerusalem kamen. Zur Feier des Laubhüttenfestes strömten tausende Menschen in die Stadt, um an den Auszug aus Ägypten zu erinnern. Wer im dichten Gedränge unterwegs war und wem die Sonne auf den Kopf brannte, musste viel trinken, um nicht zu dehy-drieren. In dieser Situation trat Jesus vor die Menschen und rief (Johannes 7,37f): „Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken! Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der Schrift heißt, Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Gott will unseren Durst stillen! Wer an Jesus glaubt, ihm vertraut, aus dessen Innerem wird frisches Wasser sprudeln. Kein abgestandenes Regenwasser, sondern frisches, lebendiges Wasser!

Wie soll das gehen? Für die Menschen damals war das nicht selbstverständlich, darum erklärt Johannes im folgenden Vers, was Jesus damit meint: „Er sagte das im Hinblick auf den Heiligen Geist, den die empfangen sollten, die an Jesus glaubten.“ Der Heilige Geist ist die erfrischende Quelle für unser Leben. Ganz offensichtlich geht es hier um mehr, als die Deckung des körperlichen Wasserhaushalts. Es geht um Durst! Unsere Sehnsucht nach Leben, das Bedürfnis angenommen zu sein, ein Zuhause zu haben, in unserer Persönlichkeit wertgeschätzt und mit unseren Wünschen ernstgenommen zu werden. Wo erfahren wir diese Dinge?

Jesus betont, dass wir die Fülle des Lebens bei Gott finden, dass er die Quelle des Lebens ist. Wenn wir also nur auf unsere Defizite schauen und darüber vergessen, zufrieden und dankbar für das zu sein, was wir von Gott geschenkt bekommen haben, dann nichts wie zurück zur Quelle des Lebens.

Während ich diese Zeilen schreibe, wohne ich zusammen mit knapp 40 Jugendlichen im Gemeindehaus. Für eine Woche teilen wir unseren Alltag und unser Leben (siehe Seite 10/11 in dieser Ausgabe). Zusammen bilden wir eine große Familie. Wir hören auf Gottes Wort, singen, spielen, putzen und beten gemeinsam. Wie in meiner eigenen Familie zu Hause erlebe ich im liebevollen Miteinander, wie Gott meinen Durst nach Leben stillt. Darum haben wir uns als Mottovers der Wohnwoche Offenbarung 22,17 ausgesucht.

In diesem letzten Kapitel der Bibel wiederholt Gottes Geist, was Jesus zuvor beim Laubhüttenfest gesagt hat. Doch er spricht nun nicht mehr alleine. Die Gemeinde, die nach dem apokalyptischen Schreibstil der Offenbarung „Braut“ genannt wird, ruft gemeinsam mit ihm: „Wer Durst hat, der komme! Wer will, der trinke vom Wasser des Lebens; er bekommt es umsonst.“ Jesus weist nicht länger allein auf Gott als Quelle des Lebens hin. Die Gemeinde tut es ebenfalls! Als Christen haben wir die beste Botschaft für die Welt: Gott hat uns mit sich versöhnt und möchte unseren Durst nach Leben stillen.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht Menschen begegnen, die es nach Liebe, Gerechtigkeit, Annahme und Gemeinschaft dürstet. Manchmal überfordert uns das, weil wir nur ab und zu ihren Durst ein wenig lindern können. Gott hingegen kann Durst voll und ganz stillen! Diese Erfahrung wünschen wir allen Menschen. Darum möchten wir sie einladen, selbst Vertrauensschritte auf Gott zuzugehen und ihn als Quelles des Lebens zu entdecken. Die Impulswoche mit Ansgar Hörsting vom 10. bis 15. April bietet eine besondere Gelegenheit dazu. Laden Sie Ihre Freunde und Nachbarn dazu ein und vergessen Sie nicht: Immer, wenn wir durstig sind, hin zur Quelle!

Jens Deiß