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10.04.2018 02:40 Alter: 45 days
Kategorie: Gemeindeleben
Von: Bastian Meyer

Gebetsspaziergang 7. April 2018


Am Samstag, dem 7. April machte sich eine kleine Gruppe fleißiger Beter auf den Weg durch unser sonniges Extertal. Wir wollten einen Gebetsspaziergang machen.

Was ist das eigentlich? Ein Gebetsspaziergang ist schlicht und ergreifend eine Gebetszeit an der frischen Luft, aber mit sozusagen „geschärften Sinnen“.

Wir wollten zunächst einmal mit offenen Augen wahrnehmen, was in unserem Ort so los ist. Wenn der Apostel Paulus früher durch Kleinasien reiste, dann tat er das zu Fuß und hatte so erste Begegnungen mit Menschen und nahm wichtige Orte schon lange vor der Predigt wahr. Wir sind heute meist nur noch mit dem Auto unterwegs und nehmen nicht mehr so viel wahr. Deshalb teilten wir uns in drei Gruppen ein, die jeweils eine bestimmte Route abliefen, um so wichtige Bereiche in Bösingfeld einfach mal wieder selbst zu besuchen. Es tat gut, z.B. an der Grundschule konkret für Lehrer und Jugendliche zu beten, die dort tagtäglich zusammenkommen.  

Wir wollten uns vornehmen, besonders dort für Menschen zu beten, wo viele Sorgen zusammenkommen, aber auch eine gute Arbeit geleistet wird, z. B. bei den Ärzten, an Schulen, Flüchtlingsheimen, dem Seniorenheim, der Feuerwehr oder am Rathaus. Erstaunlich, wie viel gute, professionelle, aber auch ehrenamtliche Arbeit bei uns getan wird. Und es ist wichtig, für alle Verantwortungsträger zu beten. 

Denkmäler und besondere Treffpunkte wahrzunehmen und an ihnen zu beten, hat etwas Faszinierendes. Sie erinnern an die Geschichte eines Ortes und damit auch an Gottes Liebe für die Menschen. Als wir den Südhagen hochgingen, kamen wir am jüdischen Denkmal vorbei. Der Pogromnacht 1938 gedenken wir dieses Jahr zum 70. Mal.

Das größte Gebetsanliegen waren natürlich die Menschen, besonders die Familien in den Wohngebieten. Bei einem Gebetsspaziergang betet man in der Öffentlichkeit. Das führt manchmal zu Gesprächen oder kurzen Begegnungen. In unserer stressigen Zeit zu Fuß unterwegs zu sein, ermöglicht es, auch mal ein Wort über den Gartenzaun wechseln zu können.

Ein wichtiger Aspekt des Gebets ist aber auch das „Hören“ auf Gott. Wenn wir betend „wandeln“, dann reden nicht nur wir zu IHM, sondern ER auch zu uns. ER zeigt uns u.U. Orte oder Menschen, an die wir uns erinnern sollen. Es gibt vielleicht einen Impuls von Gott in der Gebetsgemeinschaft, oder wir beobachten etwas in der Natur, was uns zum Bild wird für eine göttliche Wahrheit.

Es war eine interessante Erfahrung, nicht immer mit Begegnungen oder außergewöhnlichen Ereignissen, aber doch bewegend. Drei Statements von Teilnehmern bestätigen das:

„Mir wurde beim Beten klar, dass wir uns doch recht wenig für unseren Ort interessieren. Irgendwie ist das nicht richtig. Wo können wir etwas beitragen für unser Extertal?

„Mich hat es bewegt, vor den Häusern der Menschen zu stehen, für sie zu beten. Da wird es konkret, denn wie viele Sorgen und Lasten kommen in einem Haus zusammen.“

„Toll war eine Frau, die uns beim Beten beobachtete. Sie kam danach auf uns zu und fragte: „Sie haben gebetet, oder?“ Das finde ich toll!“   

Natürlich haben wir auch versucht, den einen oder anderen noch für die Evangelisation einzuladen, aber nicht besonders erfolgreich. Aber wir sollten dranbleiben. Beim Beten geht es um nichts Einmaliges. Das sollten wir immer tun, und wenn es nach mir geht, unbedingt auch wieder „gehend“, sich bewegend zu den Menschen. „Bewegt von Gottes Liebe“, das wollen wir sein. Spazierengehen und beten, das ist die einfachste Form. Wir werden es also wieder versuchen.

Bastian Meyer