So begann es

Hermann Möller
Karoline Pape (1863-1947) mit ihrem Ehemann Karl-Friedrich Pape
Haus der Karoline Pape, heute Linderbrucher Straße 10
Gustav Bunte
Gemeindehaus 1933
Ehemalige Schule
Erweiterungsbau 1994

1906 entsandte das  „Evangelisationskomitee“ des Bundes Freier evangelischer Gemeinden den Evangelisten Hermann Möller (1872–1947) ins Lipperland, der aus Schildesche (heute Stadtteil von Bielefeld) stammte.

Er wohnte zunächst in Brake und ab 1914 im neu gebauten Gemeindehaus in Schötmar (heute Stadtteil von Bad Salzuflen). Hermann Möller leistete zu Fuß und mit dem Fahrrad harte Pionierdienste. Bei seinen Wanderungen durch das Lipperland gelangte er bald nach Linderbruch.

Hermann Möller fand dort bei der Witwe Karoline Pape, geb. Ridderbusch, Aufnahme. Sie stellte ihre Wohnstube für Bibelstunden zur Verfügung, die bald durch eifriges Einladen überfüllt war. Dies ist wohl die Keimzelle der Freien evangelischen Gemeinde Extertal. Das Haus der Karoline Pape, also quasi das erste Gemeindezentrum, hat heute übrigens die Adresse Linderbrucher Straße 10.

Ab 1919, also nach dem ersten Weltkrieg, wirkte der Prediger Gustav Bunte als zweiter Evangelist im Lipperland.  Er wohnte in Linderhofe bei Familie Heberlein und zog 1923 in sein Elternhaus nach Brake. 

Am 4. November 1928 gründeten dann 27 Christen in Brake eine Gemeinde. Sie war ein Zusammenschluss von Hauskreisen in Brake, Barntrup, Bösingfeld, Diestelbruch, Herbrechtsdorf, Humfeld, Lüdenhausen, Linderbruch, Schwelentrup und Steinegge. 1929 erfolgte der Anschluss an den Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland.

Die Freie evangelische Gemeinde Brake verlegte ihren Sitz 1933 nach Bösingfeld, weil dort das Maschinenhaus einer früheren Ziegelei (in der Exterbreite) erworben und zu einem Gemeindehaus mit Predigerwohnung umgebaut werden konnte. Die Einweihung fand am Pfingstsonntag, dem 4. Juni 1933, statt. Damit wurde Bösingfeld zum Mittelpunkt der Gemeindearbeit.

Im Jahre 1941 schloß sich zusätzlich die Gemeinde Krainhagen (bei Obernkirchen) mit ihren Stationen (Hauskreisen) Deckbergen, Stemmen und Lohfeld der Freien evangelischen Gemeinde in Bösingfeld an.

Im Jahre 1978 konnte die Gemeinde das 50. Jubiläum feiern. Da noch kein großes Gemeindezentrum zur Verfügung stand, wurde für die Feierlichkeiten die Aula der Hauptschule Bösingfeld genutzt. 1980 erwarb die Gemeinde die ehemalige Schule an der Mühlenstraße und baute sie zu einem modernen Gemeindezentrum mit Pastorenwohnung um. Die Einweihung fand am 11. April 1982 statt.

Die Gemeinde wuchs ständig weiter, sodass die Räume schon bald wieder zu klein wurden. Abhilfe schuf ein Erweiterungsbau, der am 3. Juli 1994 nach dreizehnmonatiger Bauzeit bezogen werden konnte. Heute steht ein Gottesdienstraum mit 450 Sitzplätzen zur Verfügung, der flexibel noch um 150 Sitzplätze erweitert werden kann.  Hier finden neben den Gottesdiensten zahlreiche weitere Veranstaltungen für alle Generationen und den großen Freundeskreis statt.

Die FeG Extertal hatt 280 Mitglieder, worin allerdings weder der beträchtliche Freundeskreis, noch die Kinder enthalten sind.